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Diplomierte Legasthenietrainer/innen sind speziell ausgebildete Experten auf dem Gebiet der Legasthenie und Lese-Rechtschreibschwäche (LRS). Sie verfügen über weitreichende pädagogisch-didaktische Kenntnisse und fördern betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene individuell.

Leistungen diplomierter Legasthenietrainer:

– Durchführung des pädagogischen AFS-Computertestverfahrens
– Erstellung eines pädagogischen Gutachtens
– Erstellung eines individuellen Trainingsplans
– Förderstunden im Einzelunterricht nach der AFS-Methode
– Anwendung der Diagnose- und Lernplattform „Lern- & Fernförderung (LFF)“ für Deutsch und Mathematik
– Beratung und Aufklärung von Eltern und Lehrern

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Legasthenie ist eine genbedingte Veranlagung, die auf eine andere Informationsverarbeitung und Lernfähigkeit zurückzuführen ist. Betroffene Kinder weisen bei guter oder durchschnittlicher Intelligenz differente Sinneswahrnehmungen in den Bereichen Optik, Akustik oder Raumwahrnehmung auf. Wenn sie auf Symbole wie Buchstaben oder Zahlen treffen, lässt ihre Aufmerksamkeit zeitweise nach, was zu sogenannten Wahrnehmungsfehlern führt. Legasthenie ist keine Krankheit, Schwäche oder Behinderung, sondern eine genetische Veranlagung, von der etwa 15 % der Bevölkerung betroffen sind.
LRS ist eine erworbene Schwäche beim Erlernen des Lesens und Schreibens. Sie wird durch verschiedene äußere oder innere Ereignisse im Leben eines Kindes hervorgerufen, wie beispielsweise Krankheiten, familiäre Vorkommnisse (z.B. Scheidung, Todesfall), psychische Ursachen oder ein Lerndefizit.
Der Hauptunterschied liegt in der Ursache und der Symptomatik:

  • Legasthenie ist genetisch bedingt und geht immer mit differenten Sinneswahrnehmungen einher. Reines Üben an den Fehlern bringt kaum Erfolge – es muss umfassend an der Aufmerksamkeit, den Sinneswahrnehmungen und den Symptomen gearbeitet werden.
  • LRS ist erworben, und die Betroffenen weisen keine differenten Sinneswahrnehmungen auf. Ein gezieltes Symptomtraining (vermehrtes Lesen und Schreiben üben) kann das Problem oft vorübergehend oder dauerhaft beheben.
Ein diplomierter Legasthenietrainer ist ein speziell ausgebildeter Experte auf dem Gebiet der Legasthenie und LRS. Diese Fachkräfte verfügen über weitreichende pädagogisch-didaktische Kenntnisse sowie ein tiefes Verständnis für die neurobiologischen Grundlagen des Schriftspracherwerbs, die emotionale Entwicklung und die Bedeutung von Sinneswahrnehmungen.
Zu den Hauptaufgaben gehören:

  • Diagnostik: Durchführung des pädagogischen AFS-Computertestverfahrens zur Feststellung einer Legasthenie oder LRS.
  • Förderplanung: Erstellung eines pädagogischen Gutachtens und eines individuellen Trainingsplans.
  • Training: Praktisches Training in den Bereichen Aufmerksamkeit, Sinneswahrnehmung und Symptomatik nach der AFS-Methode.
  • Beratung: Aufklärung der Eltern sowie Zusammenarbeit mit den Lehrern.
  • Vernetzung: Hinzuziehen von weiteren Spezialisten (z.B. Psychologen oder Ärzten), falls Anzeichen für eine Sekundärlegasthenie oder andere Erkrankungen vorliegen.
Die zentrale, wissenschaftlich fundierte Methode ist die AFS-Methode (Aufmerksamkeit – Funktionen – Symptome). Das Training basiert auf drei Säulen:

  • Aufmerksamkeitstraining: Steigerung der Aufmerksamkeit beim Schreiben und Lesen.
  • Funktionstraining: Schärfung der verschiedenen Sinneswahrnehmungen (Optik, Akustik, Raumwahrnehmung).
  • Symptomtraining: Gezieltes Arbeiten an den individuellen Fehlern, z.B. Worterarbeitung durch Wortbild, Wortklang und Wortbedeutung.

Zudem kommen didaktische Spiele, spezielle Arbeitsblätter, Computerprogramme, die Easy Reading Leseschablone und dreidimensionales Arbeiten mit Knetmasse zum Einsatz.

Das pädagogische AFS-Computertestverfahren ist ein standardisiertes Testverfahren, um eine Legasthenie, LRS, Dyskalkulie oder Rechenschwäche festzustellen und zu kategorisieren. Er misst mit minimalem Zeitaufwand die Aufmerksamkeit, die Sinnesfunktionen und die Symptomatik (Fehler) bei Kindern von 6 bis 14 Jahren. Basierend auf der Auswertung erstellt der Trainer ein pädagogisches Gutachten und einen maßgeschneiderten Trainingsplan. Der Test trifft ausdrücklich keine Aussagen über die Intelligenz oder medizinische Probleme des Kindes.
Man absolviert ein anerkanntes und hochwertiges Fernstudium, das vom Ersten Österreichischen Dachverband Legasthenie (EÖDL) angeboten wird. Das Studium besteht aus theoretischen Modulen (als PDF oder Hörbuch) sowie einem praktischen Teil. Die Mindeststudienzeit beträgt acht Monate (zwei Semester), die Maximalstudiendauer zwei Jahre. Eine Anwesenheit vor Ort ist nicht erforderlich. Weitere Informationen: legastheniefernstudium.com
Ja. Der EÖDL ist der offizielle Berufsverband in Österreich, und in Deutschland fungiert der Dachverband Legasthenie Deutschland e.V. (DVLD) als Berufsverband mit klaren Qualitätsrichtlinien für die Ausbildung.
Die Ausbildung eignet sich für Personen mit einem starken Interesse an der Thematik. Die formellen Richtlinien sehen vor, dass Teilnehmer eine pädagogische, psychologische oder medizinische Grundausbildung besitzen sollten. Ebenso qualifiziert sind Logopäden und Ergotherapeuten. Personen aus artverwandten Berufen sollten eine mindestens dreijährige Berufserfahrung sowie Grundkenntnisse über den Schriftspracherwerb nachweisen können.
Ein Legasthenietrainer fokussiert sich auf Probleme beim Lesen und Schreiben (Legasthenie und LRS). Ein Dyskalkulietrainer konzentriert sich auf Probleme beim Rechnen (Dyskalkulie und Rechenschwäche). Ein Lerndidaktiker ist allgemeiner im Bereich der Lernproblematiken ausgebildet. Alle drei Berufsgruppen gehören dem EÖDL als offiziellem Berufsverband an. Einen Legasthenietrainer in Ihrer Nähe finden Sie hier auf legasthenietrainer.com.

Diplomierte Legasthenietrainer arbeiten vor allem im Bereich der Schule oder im außerschulischen Bereich in privater Praxis.
Die Arbeitsbereiche sind vielfältig:

  • Vorschulbereich: Training von Vorschulkindern mit Fokus auf Sinneswahrnehmungen im Kindergarten oder in der eigenen Praxis.
  • Schulbereich: Training von Schulkindern im schulischen oder außerschulischen Bereich.
  • Erwachsenenbereich: Arbeit mit Erwachsenen, die an Legasthenie oder LRS leiden.
Der AFS-Test ist für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren standardisiert. Diplomierte Legasthenietrainer arbeiten jedoch auch im Vorschulbereich mit Fokus auf Sinneswahrnehmungen. Je früher Lese- und Schreibprobleme erkannt werden, desto besser können Kinder gefördert werden. Auch Jugendliche und Erwachsene profitieren von der Unterstützung eines diplomierten Legasthenietrainers.


Fernstudium zum diplomierten Legasthenietrainer

Fernstudium zum diplomierten Dyskalkulietrainer

Fernstudium zum diplomierten Lerndidaktiker

Fernstudium zum diplomierten Mediendidaktiker